Mit seiner Wahl zum Vogel des Jahres 2010 will der NABU und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern provozieren. Anders kann man sich diese Entscheidung nicht erklären. Nach dem Vogel des Jahres 2009, dem Eisvogel, der für lebendige Flüsse und Auen steht, sollen nun angeblich 15000 mit behördlicher Genehmigung jährlich in Deutschland getöteter Kormorane dafür herhalten, die Naturschutz-Bemühungen vieler Angelvereine zu torpedieren.
Anstatt eine sinnvolle Zusammenarbeit anzustreben, versucht der NABU damit offenbar eine Art Naturschutz-Monopol auf dem Rücken von Karausche, Äsche, Aal, Meerforelle und Co. durchzusetzen. Es wird sogar ernsthaft behauptet, dass eine Einstellung der Abschussgenehmigungen dem Artenreichtum unter Wasser förderlich sei. NABU-Zitat:„Gibt es ausreichend Ruhezonen für Kormorane, dann verringert sich auch der Druck auf Fischzuchtanlagen oder die Rückzugsräume seltener Fischarten.“
Tatsache aber ist, dass die geschützten Kormoran-Bestände ohne natürliche Feinde in den letzten Jahren über das erträgliche Maß hinaus angestiegen sind. Tatsache ist auch, dass sich die Vögel inzwischen bis hinauf in die Äschenregionen der Flüsse ausgebreitet haben, sich ausschließlich von Fischen ernähren und dabei auch seltene Arten weiter dezimieren.
Man darf sich fragen, warum man seitens der Vogelschützer nicht mit gleicher Energie versucht dem Adler wieder eine Heimat zu geben. Er währe in der Lage dem Kormoranproblem auf natürliche Weise zu begegnen. Zu seinem Beuteschema gehören aber auch fast alle anderen Vögel und kleine und mittelgroße Säuger.
Jürgen Adam