Kormoranproblematik
Mit gemischten Gefühlen stehen die Angler dem Kormoran gegenüber. Der geschützte Vogel ernährt sich ausschließlich von Fisch. Zum Überleben braucht ein erwachsenenes Tier etwa 500 Gramm Fisch täglich.

Dabei nimmt der Kormoran was er bekommen kann und unterscheidet nicht zwischen ebenso unter Naturschutz stehenden Fischarten und Anderen. In der Nidda und ihren Zuflüssen betrifft dies Quappe, Karausche, Schlammpeitzger, Bitterling, Elritze und seit Oktober 2009 auch die Meerforelle. Zudem bedroht der Vogel die Wiederansiedlung der Äsche des ASV Nidda.

Die Kormoran-Population ist in den letzten Jahren angewachsen und die Problematik wird inzwischen auch von Ornitologen erkannt. Vereinzelt wurden auch Vergrämungsabschüsse genehmigt und durchgeführt, was jedoch nur zu kurzfristigen Erfolgen geführt hat. Auf Dauer werden wir mit den Kormoranen leben müssen.

Um eine reproduktionsfähige Fischpopulation erhalten zu können, bleibt letztlich nur die Alternative, den Fischen ausreichende Versteck- und Unterschlupfmöglichkeiten zu bieten. D.h., wir müssen derzeit noch offene, ausgeräumte oder leere Gewässerstrecken verstärkt Renaturieren soweit dies möglich ist.

Dies gilt nicht nur für die Nidda, sondern auch für künstlich angelegte Fischteiche. Dort dürfte es mit der "Einfachangelei" auf Dauer vorbei sein. Entweder wir präsentieren den Kormoranen die Fische auf dem "Servierbrett" À la (Besatz-) carte, oder wir schaffen natürliche oder naturnahe Zustände im Wasser, die auch andere Arten brauchen oder bevorzugen.

Jürgen Adam