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Bachmuschel zurück in der Usa

Ober-Mörlen (aws). Einen Förderbescheid in Höhe von 4000 Euro überreichte Regierungspräsident Johanns Baron am Donnerstag der Notgemeinschaft Usa - die Weiterführung des Projektes Bachmuschel ist damit in trockenen Tüchern. Landrat Joachim Arnold - Ober-Mörlens Bürgermeister Jörg Wetzstein und die Umweltbeauftragte der Gemeinde, Anja Ute Wölm, hörten es mit Freude, auch die Gemeindevertreter überreichten eine Spende an den Ehrenvorsitzenden Klaus Müller.

Wasser noch besser machen

Der hat das Jahr 1987 noch in schlechter Erinnerung: Schadstoffe wurden im Oberlauf eingeleitet und fast der gesamte Fischbesatz der Usa vernichtet. Als Reaktion darauf gründete Angler Müller zusammen mit anderen die Notgemeinschaft Usa. 2009 begann im Zuge der Verbesserung der Wasserqualität der Versuch, die Bachmuschel wieder anzusiedeln. Das Ergebnis steht noch nicht fest, da die Muscheln extrem langsam wachsen. "Mittlerweile hat die Usa wieder eine sehr gute Wasserqualität", weiß Gewässerwart Martin Krug. Der Betriebsleiter der Kläranlage in Bad Nauheim ist der Fachmann auf diesem Gebiet. Und der Vorsitzende Wolfang Heisig bestätigt: "Die Usa wird schon als Flora-Fauna-Habitat geführt."

"Die nächsten Jahre werden zeigen, ob die jungen Bachmuscheln dauerhaft Bestände bilden", zweifelt RP Baron noch ein wenig, andererseits ist er zuversichtlich: "Wenn alle anpacken, klappt's." Bei der Vermehrung ist die Bachmuschel auf Wirtsfische angewiesen, zum Beispiel die Elritze. Die trächtigen Bachmuscheln geben ihre Larven ab, die sich dann in den Kiemen der Elritzen verankern. Nach drei Wochen sind sie reif und fallen auf den Bachgrund. Dort wachsen sie im Schutz des Sediments weiter. Erst nach drei Jahren haben sie die Größe eines Fingernagels erreicht.

Die Elritzen aus der Usa werden in die Aufzuchtstation nach Aumenau an der Lahn gebracht und 14 Tage nach erfolgreicher "Infektion" wieder in die Usa gesetzt. Die ausgewachsene Bachmuschel ist 7 cm groß, sie wird bis zu 90 Jahre alt und ernährt sich von Plankton und organischen Schwebeteilchen, die sie aus dem Wasser filtern - und sie gehört zu den besonders geschützten Arten.

(Quelle: Wetterauer Zeitung vom 21.09.2013)

Anmerkung:

Die Notgemeinschaft USA hat sich 1987 gegründet mit der Zielsetzung, den Fischarten- und Gewässerschutz zu gewährleisten, sowie die Biotope am Ufer der Usa zu erhalten und zu verbessern. Federführend waren von Anfang an die ansässigen Fischereivereine, später kamen noch andere Naturschutzgruppen hinzu. Heute besteht die Notgemeinschaft Usa aus dem Angelverein Ober-Mörlen, Fischereiverein Usingen, Angelverein Langenhain-Ziegenberg, Angelverein Bad Nauheim, Angelverein Friedberg, der örtliche Arbeitskreis Naturschutz Langenhain-Ziegenberg, die beiden Naturschutzgruppen Ober-Mörlen und Dorheim (NABU) sowie Herrn Kurt Hüttl der als Privatpächter an der Usa seinen Streckenabschnitt in die Aktionen mit einbringt. Einige Städte und Gemeinden sind ebenfalls Mitglied.

Die Aufzuchtstation in Aumenau ist die Station der organisierten Angelvereine (IG-Lahn) die sich auf Wiederansiedlungsprojekte im Verband Hessischer Fischer e.V. und über die Grenzen Hessens hinaus spezialisiert hat.

(Quelle: Verband Hessischer Fischer)