Bildkategorie: Probleme
Müll und Unrat aus der Nidda.
Bei der Bachreinigung aus der Nidda gefischt. copyright by Jürgen Lungwitz

Gewässer-Verschmutzung und Umweltprobleme

Die Zeiten als unsere Industrie ungehindert große Mengen giftiger Abwässer in die Flüsse und Bäche leitete, sind zum Glück überwunden. Wenn man sich heute unsere Gewässer beschaut, kann man leicht den Eindruck gewinnen, daß die Flüsse und Bäche wieder sauber sind. Viele Tiere und Pflanzen sind zurückgekehrt und auch in der Nidda und ihren Zuflüssen und Auen versammeln sich artenreiche Gesellschaften.

Wer allerdings genauer hinsieht, erkennt ungeahnte Gefahren, deren Auswirkungen nicht absehbar sind.

Relativ leicht lassen sich die Müllmengen entsorgen, die unsere Mitgliedsvereine in den wiederkehrenden Bachreingungsaktionen aufsammeln. Nicht beseitigen kann man indessen die vielen, auf Organismen wirkende Mikroschadstoffe, die unsere Kläranlagen gar nicht ausfiltern können. Schwermetalle, Kontrastmittel, Medikamente, Kunststoffe, Farbstoffe und Andere gelangen so durch die Kläranlagen hindurch direkt in das fließende Wasser.

Zahlreiche Chemikalien stehen unter Verdacht, in das Hormon-System von Mensch und Tier einzugreifen. So verursachen beispielsweise synthetische Östrogene, die als Wirkstoff in Antibaby-Pillen verwendung finden, eine Verweiblichung männlicher Fische, die sich damit nicht mehr reproduzieren können. Ähnliches ist auch bei Amphibien bekannt und bei Fischnährtieren und Mikro-Organismen zu befürchten.

Der derzeitige Boom „ökologischen“ Strom in Biogas-Anlagen oder biologische Treibstoffe herzustellen verursacht weitere Probleme. Die Anbauflächen für Mais oder Raps, die als Energiepflanzen dienen, wachsen stetig. Besonders die Flächen auf denen Mais angebaut wird unterliegen einer hohen Auswaschung und Bodenerosion, die zunehmend den Naturhaushalt im Wasser beeinträchtigt.

Abfallstoffe aus Klär- und Bio-Gas-Anlagen werden in Form von Schlämmen wieder auf die Felder ausgebracht, von wo aus Schadstoffe über das Grundwasser, oder ausgeschwemmt durch Oberflächenwasser, wieder zurück in den Wasserkreislauf gelangen können.

Text: Jürgen Adam