Bildkategorie: Neophyten
Blüte und Samenkapseln des "Indischen Springkraut".
Blüte und Samenkapseln des Indischen Springkraut. copyright by Jürgen Adam

Neophyten - Nicht heimische Pflanzen im und am Gewässer

Neulinge in der Pflanzenwelt sind nichts ungewöhliches. Klimaänderungen führten zu allen Zeiten zu Ausbreitungsverlagerungen. Mit dem Beginn des Ackerbaues führte erstmals der Mensch gebietsfremde Arten ein. Zur Römerzeit kamen zum Beispiel neue Obst-Arten und Wein in das heutige Deutschland. Nach der Entdeckung Amerikas beschleunigte sich die Ausbreitung fremder Pflanzenarten in Gebieten in denen sie früher nicht heimisch waren. Ab diesem Zeitpunkt bezeichnet man die neuen Pflanzen Neophyten.

Dabei wurde etwa die Hälfte der bei uns etablierten Neophyten als Zierpflanzen oder als Nutzpflanzen der Forst- und Landwirtschaft (z.B. Kartoffel, Tomate, Mais) beabsichtigt eingeführt. Die verbleibende Hälfte wurde unbeabsichtigt eingeschleppt. Jedoch kann nur ein kleiner Teil der Neophyten in unserem Klima überleben. Unter denen, die sich ausbreiten, führen ca. 10% zu unerwünschten Auswirkungen und damit zu Problemen.

Zu dem Problempflanzen an den Gewässern unserer Mitgliedsvereine gehören die invasiven Arten Indisches- oder Drüsiges-Springkraut und Kanadische Wasserpest. Die Inhaltsstoffe des Riesen-Bärenklau, den wir ebenso an unseren Gewässern antreffen können, sind für uns Menschen gefährlich. Bei Hautkontakt und in Verbindung mit Sonnenlicht verursachen sie Rötungen, Schwellungen und Verbrennungen. Diese Pflanzenarten breiten sich stark aus und sind in der Lage die heimischen Arten zu verdrängen. Sie gefährden damit schützenswerte Lebensräume unserer Gewässer.

Text: Jürgen Adam