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Die IG Nidda - eine Übersicht der Gewässer- und Naturschutz-Aufgaben

In den 1960er und 70er-Jahren war die Nidda weitgehend begradigt und glich einem Abwasserkanal. Die Wasserqualität schwankte zwischen schlecht, sehr schlecht und biologisch tot. In dieser Zeit wurde die Interessengemeinschaft Nidda gegründet und vertritt seither die Interessen der ihr angeschlossenen Angelvereine gegenüber Verwaltungsbehörden und gesetzgebenden Körperschaften.

Nach wiederkehrenden Besatzmaßnahmen der Angelvereine konnten sich nur vereinzelt Fische (vorwiegend Rotaugen) bis zur nächsten massiven Gewässerverschmutzung halten. Die Suche nach den Verursachern verlief meist ergebnislos. Schadenersatz-Ansprüche konnten nur selten durchgesetzt werden und wurden dann oftmals mit kleinen Pauschalbeträgen abgetan. Erst nach der Inbetriebnahme kommunaler Kläranlagen um 1980 besserte sich die Wasserqualität. Robuste Pflanzen, Fischnährtiere und Fischarten kehrten in die Nidda zurück.

Reduzierungen beim Pestizid-Einsatz durch die Landwirtschaft und Weiterentwicklungen in der Klärtechnik brachten weitere Verbesserungen der Wasserqualität für das Gewässersystem der Nidda. Ein Umdenken im Hochwasserschutz, weg von mehreren der kanalartigen Begradigungen und der Ausbau naturnaher Bereiche, bis hin zu großangelegten Renaturierungsmaßnahmen, unterstützen die Fauna und Flora unserer Bach, wie die Nidda und ihre Zuflüsse hier in ihrem Einzugsgebiet zwischen Vogelsberg, Wetterau und auch im Frankfurter Raum liebevoll genannt wird.

Wer nun denkt die Aufgaben der IG Nidda seien damit erfüllt, der irrt !

Die Probleme liegen heute ganz woanders: Etwa in den Wehren, Staustufen und anderen Hindernissen im Fließwasser. Hier stauen sich Laichwanderer wie beispielsweise die Meerforelle, der Aal und die Nase und werden so zur leichten Beute des opportunistisch jagenden Kormoran. Er hat sich bis in die Äschenregion hinauf ausgebreitet und gefährdet langfristig angelegte Wiederansiedlungsprojekte für in der Nidda ursprünglich heimische Fischarten, die von den Angelvereinen getragen werden.

Es gilt Versuche abzuwehren die darauf abzielen mittels Staustufen und Turbinen so genannten "grünen Strom" aus Wasserkraft zu generieren. In Wahrheit fabrizieren derartige Kraftwerke nur einen geringen Stromanteil und der ist mit dem Blut unzähliger Fische, die zwangsläufig in die Turbinen geraten und dort gnadenlos zerhackt werden, als "blutrot" zu bezeichnen! Zudem lagert sich oberhalb der Staustufen eine große Menge Schlamm ab, aus dem Methan entsteht, ein Gas, dass viel klimaschädlicher ist, als Kohlendioxid.

Phosphat-Ersatzstoffe und die zunehmende Zahl chemischer Inhaltsstoffe von Verbrauchsmaterialien (z.B. Druckerpatronen) und Arzneimittel bereiten zunehmend Probleme. Manche Textilien enthalten Farbstoffe, die Kläranlagen gar nicht entfernen können. Sie gelangen beim Waschen in den Wasserkreislauf und wirken dort wie Hormone. Dies kann zu Geschlechtsumwandlungen oder zu Unfruchtbarkeiten bei Nährtieren und Fischen führen. Die ökologischen Folgen sind nicht absehbar.

Ein ständiges Ärgernis für die Angler an der Nidda sind die bewußt eingebrachten Abfälle uneinsichtiger Mitmenschen, die die Nidda als billigen Abfallentsorger mißbrauchen. In der Summe türmen sich tonnenweise Müllberge auf, die in dem zweijahrigen Turnus der IG Nidda Bachreinigungsaktion "von der Quelle bis zur Mündung" von den Mitgliedern der Angelvereine ehrenamtlich aus der Bach gefischt und auf Gemeinkosten entsorgt werden müssen.

Text: Jürgen Adam